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Seit 2011: Gummibänder aus Naturkautschuk und Naturfasern.

Elastizität neu gedacht: Gummibänder aus Naturkautschuk für Mode und Design

CHARLE - Wald
Bildnachweis: SirWat/Canva

Inhaltsverzeichnis:

  1. Einleitung
  2. Die Herausforderung: Mikroplastik und synthetische Elastikbänder
  3. Unsere Lösung: Elastistizität aus Naturkautschuk
  4. Materialien im Fokus: Naturkautschuk und ausgewählte Natur- und Zellulosefasern
  5. Anwendungen in Mode und Produktdesign
  6. Funktion, Lebensdauer und Materialkreislauf
  7. Vorteile für Unternehmen und Designprozesse
  8. Fazit: Elastizität beginnt bei der Materialwahl
  9. Über CHARLE premium haberdashery

1. Einleitung

Was hält eigentlich unsere Welt zusammen? Im Kleinen sind es oft die Dinge, die kaum auffallen – ein Gummiband, das den Bund an Ort und Stelle hält, das Notizbuch schließt oder ein Ärmel schützt. Doch hinter diesen Alltagshelfern steckt eine oft wenig beachtete Materialfrage: Viele konventionelle elastische Bänder enthalten synthetische Materialien wie Polyester, Polyamid oder Elastan. Beim Gebrauch und Waschen können daraus synthetische Faserpartikel freigesetzt werden.

Bei CHARLE haben wir eine Alternative zu Elastikbändern mit synthetischen Elastikfasern entwickelt: elastische Bänder, bei denen Naturkautschuk die Elastizität erzeugt und ausgewählte textile Fasern die Ummantelung bilden. Je nach Ausführung verwenden wir dafür beispielsweise Bio-Baumwolle oder TENCEL™ Lyocell. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich Funktion, Materialauswahl und Gestaltung bei elastischen Schmaltextilien miteinander verbinden lassen.

2. Die Herausforderung: Mikroplastik und synthetische Elastikbänder

Elastische Bänder gehören zu den unsichtbaren Standardkomponenten in der Textil- und Produktgestaltung. Sie müssen verlässlich dehnbar, strapazierfähig und formstabil sein. Dafür werden häufig synthetische Materialien wie Polyester, Polyamid und Elastan eingesetzt.

Textilien aus synthetischen Fasern können während verschiedener Phasen ihres Lebenszyklus Faserpartikel freisetzen. Beim Waschen können diese als Mikroplastik in das Abwasser gelangen. Die Europäische Kommission zählt Textilien aus synthetischen Fasern zu den Hauptquellen für die unbeabsichtigte Freisetzung von Mikroplastik und weist darauf hin, dass Freisetzungen entlang verschiedener Phasen des textilen Lebenszyklus auftreten können.

Europäische Kommission (2022): EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien, COM(2022) 141 final, Abschnitt 2.3 „Bekämpfung der Verschmutzung durch Mikroplastik“, 30.03.2022. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:52022DC0141 - letzter Aufruf: 30.09.2026

Für Unternehmen und Designer stellt sich damit die Frage: Welche Materialien können synthetische Komponenten in elastischen Bändern ersetzen, ohne auf die benötigte Funktion zu verzichten.

Die Materialwahl bei elastischen Bändern verdient deshalb bereits während der Produktentwicklung Aufmerksamkeit. Gerade kleine und häufig kaum sichtbare Komponenten können die Materialzusammensetzung eines textilen Produkts mitbestimmen. Naturkautschuk in Kombination mit ausgewählten textilen Fasern bietet hier einen anderen Ansatz für die Entwicklung elastischer Schmaltextilien.

3. Unsere Lösung: Elastistizität aus Naturkautschuk

Bei unseren elastischen Bändern übernimmt Naturkautschuk die elastische Funktion. Die Kautschukfäden werden mit textilen Fasern ummantelt oder gemeinsam mit diesen zu einem Band verarbeitet. Je nach Ausführung kommen dabei beispielsweise Bio-Baumwolle oder TENCEL™ Lyocell zum Einsatz.

Die Entwicklung solcher Bänder erfordert eine sorgfältige Abstimmung von Material, Konstruktion und gewünschter Funktion. Dehnung, Rückstellvermögen, Festigkeit, Haptik und Verarbeitung können durch die eingesetzten Materialien und den Aufbau des Bandes beeinflusst werden.

CHARLE entwickelt und vertreibt elastische Bänder auf Basis von Naturkautschuk seit 2011. Die Bänder sind für unterschiedliche Anwendungen in Mode und Produktdesign erhältlich und können je nach Konstruktion beispielsweise vernäht, eingefasst oder als sichtbares Gestaltungselement eingesetzt werden.

Damit bieten sie eine weitere Materialoption für die Produktentwicklung und Gestaltung, wenn Elastizität benötigt wird und synthetische Elastikfasern vermieden werden sollen.

CHARLE - Gummiband in der Natur
Bildnachweis: CHARLE Berlin

4. Materialien im Fokus: Naturkautschuk und ausgewählte Natur- und Zellulosefasern

Die Eigenschaften unserer Bänder beginnen bei der Auswahl der Rohstoffe. Je nach Ausführung kombinieren wir Naturkautschuk mit Bio-Baumwolle, TENCEL™ Lyocell oder TENCEL™ Luxe. Für individuelle Entwicklungen können auf Kundenwunsch auch weitere Naturfasern wie beispielsweise Leinen, Hanf oder Seide eingesetzt werden.

Naturkautschuk

Als elastisches Element verwenden wir Naturkautschuk, der aus dem Milchsaft des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) gewonnen wird. Naturkautschuk ist ein nachwachsender Rohstoff.

Der von uns eingesetzte Naturkautschuk stammt von FSC®-zertifizierten Kautschukplantagen. Die FSC®-Zertifizierung bezieht sich ausschließlich auf die Plantagen. Die nachfolgenden Verarbeitungsschritte des Naturkautschuks sind nicht FSC®-zertifiziert.

Forest Stewardship Council (FSC): Naturkautschuk. Informationen zur FSC®-Zertifizierung von Naturkautschuk sowie zur Unterscheidung zwischen Wald-/Plantagenbewirtschaftung und Chain-of-Custody-Zertifizierung. Bei CHARLE bezieht sich die genannte FSC®-Zertifizierung auf die Kautschukplantagen; die nachfolgenden Verarbeitungsschritte sind nicht FSC®-zertifiziert. https://fsc.org/de/businesses/naturkautschuk - letzter Aufruf: 30.09.2026

Ergänzend erhalten wir jährlich von unserem Kautschuklieferanten eine Erklärung zur Einhaltung des ILO-Übereinkommens Nr. 182. Darin wird bestätigt, dass die Produktion und Verarbeitung der gelieferten Waren ohne ausbeuterische Kinderarbeit erfolgt. Bei diesem Nachweis handelt es sich um eine Eigenerklärung des Lieferanten.

International Labour Organization (ILO): Übereinkommen Nr. 182 über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit. Die konkrete Aussage zum eingesetzten Naturkautschuk beruht auf der jährlich eingeholten Eigenerklärung des Kautschuklieferanten. Darin wird bestätigt, dass Produktion und Verarbeitung der gelieferten Waren ohne ausbeuterische Kinderarbeit gemäß ILO-Übereinkommen Nr. 182 erfolgen.

Für den eingesetzten Naturkautschuk liegen darüber hinaus Nachweise zum OEKO-TEX® STANDARD 100 vor. Der Standard umfasst Prüfungen auf Schadstoffe anhand festgelegter Grenzwerte.

OEKO-TEX® STANDARD 100. Standard zur Prüfung von Textilien und textilen Bestandteilen auf Schadstoffe anhand festgelegter Anforderungen und Grenzwerte. https://www.oeko-tex.com/de/unsere-standards/oeko-tex-standard-100 - letzter Aufruf: 30.09.2026

Die Anforderungen der europäischen Chemikalienverordnung REACH werden ebenfalls berücksichtigt.

REACH – Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. https://echa.europa.eu/de/regulations/reach/understanding-reach - letzter Aufruf: 30.09.2026

Bio-Baumwolle

Bio-Baumwolle verwenden wir je nach Ausführung für elastische und unelastische Bänder.

Dabei unterscheiden wir zwischen GOTS-zertifizierten Bändern und Bändern, die GOTS-zertifizierte Baumwolle enthalten. Ein Teil unserer unelastischen Bänder ist als fertiges Produkt GOTS-zertifiziert. Bei weiteren Bändern setzen wir Baumwolle ein, für die GOTS-Zertifikate der jeweiligen Lieferanten vorliegen. In diesen Fällen bezieht sich die Zertifizierung auf die eingesetzte Baumwolle und nicht auf das fertige Band.

Global Organic Textile Standard (GOTS). GOTS ist ein Standard für die Verarbeitung von Textilien aus zertifiziert ökologisch erzeugten Fasern und umfasst ökologische und soziale Kriterien. Bei CHARLE ist ein Teil der unelastischen Bänder als fertiges Produkt GOTS-zertifiziert. Bei weiteren Bändern bezieht sich der vorhandene GOTS-Nachweis auf die eingesetzte Baumwolle und nicht auf das fertige Band. https://global-standards.org/our-standards/gots - letzter Aufruf: 30.09.2026

TENCEL™ Lyocell und TENCEL™ Luxe

TENCEL™ Lyocell und TENCEL™ Luxe sind Materialien von Lenzing auf Zellulosebasis. TENCEL™ Lyocell ist eine regenerierte Zellulosefaser, deren Ausgangsmaterial Zellstoff aus Holz ist. TENCEL™ Luxe ist ein Filamentgarn auf Zellulosebasis.

Lenzing: TENCEL™ Lyocell und TENCEL™ Luxe. TENCEL™ ist eine Fasermarke von Lenzing. TENCEL™ Lyocell ist eine regenerierte Zellulosefaser; TENCEL™ Luxe bezeichnet Lyocell-Filamentgarne von Lenzing. https://www.lenzing.com/de/produkte/brands/tenceltm/ - letzter Aufruf: 30.09.2026 https://www.lenzing.com/de/produkte/filamente/tenceltm-lyocell-filamente/ - letzter Aufruf: 30.09.2026

Je nach Bandausführung setzen wir TENCEL™ Lyocell und/oder TENCEL™ Luxe beispielsweise zur Ummantelung des Naturkautschuks ein.

Bei Bändern mit Lenzing Fasern wird das fertige Band von Lenzing auf die Echtheit der eingesetzten Lenzing Fasern geprüft. Für die entsprechend geprüften Bänder liegen uns Zertifikate von Lenzing vor.

Lenzing – Prüfung der eingesetzten Lenzing Fasern. Die fertigen Bänder mit Lenzing Fasern werden von Lenzing auf die Echtheit der verwendeten Lenzing Fasern geprüft. Für die entsprechend geprüften Bänder liegen CHARLE die von Lenzing ausgestellten Zertifikate vor.

Material und Funktion

Welche Materialkombination zum Einsatz kommt, richtet sich nach der jeweiligen Anwendung und den gewünschten Eigenschaften des Bandes. Dazu gehören beispielsweise Dehnung und Rückstellvermögen, Reißfestigkeit, Nähbarkeit sowie Haptik und Optik.

Bei individuellen Entwicklungen können darüber hinaus weitere Fasern entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Projekts geprüft und eingesetzt werden.

Die genannten Nachweise und Erklärungen liegen CHARLE vor und können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

5. Anwendungen in Mode und Produktdesign

Elastische Bänder sind vielseitig einsetzbar – überall dort, wo Materialien flexibel zusammengehalten, angepasst oder fixiert werden sollen. Ob sichtbar oder verborgen, funktional oder gestalterisch: Elastizität ist häufig ein kleines Detail mit großer Bedeutung für die Funktion eines Produkts.

Im Modebereich finden unsere Bänder beispielsweise Anwendung in:

  • Hosenbünden, um eine flexible Anpassung an den Körper zu ermöglichen
  • Unterwäsche und BHs, bei denen Elastizität, Hautkontakt und Tragekomfort eine wichtige Rolle spielen
  • Kinderkleidung, bei der Funktion, Waschbarkeit und die Auswahl der eingesetzten Materialien relevant sind
  • Outdoor- und Regenkleidung, beispielsweise zur Fixierung von Ärmeln, Hosenbeinen oder Kapuzen
  • Schuhe, um Flexibilität beim An- und Ausziehen, sowie in der Bewegung zu gewährleisten
  • Accessoires, wie Haarbändern oder Mützen, bei denen elastische Eigenschaften funktional oder gestalterisch eingesetzt werden

Auch im Produktdesign gibt es unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten:

  • Notizbücher und Mappen, beispielsweise als elastischer Verschluss
  • Verpackungen, beispielsweise zum Verschließen oder Fixieren
  • Heimtextilien, beispielsweise als Spannbänder für Bezüge, Sitzkissen oder textile Produkte
  • Taschen und Rucksäcke, als Tragegurte oder Verschlusslösungen

Naturkautschuk ermöglicht dabei die elastische Funktion des Bandes. Durch die Kombination mit unterschiedlichen Fasern, Konstruktionen, Breiten und Dehnungen können die Bänder an verschiedene Anwendungen und gestalterische Anforderungen angepasst werden.

Bei individuellen Entwicklungen können Materialzusammensetzung, Konstruktion und gewünschte Eigenschaften gemeinsam auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden.

CHARLE - TENCEL™ Gummiband verarbeitet
Bildnachweis: Bold Intimates

6. Funktion, Lebensdauer und Materialkreislauf

Ein Material für den biologischen Kreislauf muss nicht kurzlebig sein. Für uns beginnt Kreislauffähigkeit deshalb nicht erst am Ende der Nutzung. Ein elastisches Band muss zunächst zuverlässig die Funktion erfüllen, für die es entwickelt wurde.

Funktion während der Nutzung

Bei unseren elastischen Bändern übernimmt Naturkautschuk die elastische Funktion. Die Eigenschaften des fertigen Bandes werden durch das Zusammenspiel von Naturkautschuk, den verwendeten Fasern und der jeweiligen Bandkonstruktion bestimmt.

Zu den wichtigen funktionalen Eigenschaften gehören insbesondere Dehnung und Rückstellvermögen, Reißfestigkeit und Formstabilität. Auch die Verarbeitung sowie die späteren Einsatz- und Pflegebedingungen beeinflussen das Verhalten eines Bandes.

Unsere Bänder werden deshalb entsprechend ihrer vorgesehenen Anwendung entwickelt und geprüft. Ziel ist es, die erforderliche Funktion über die vorgesehene Nutzungsdauer des Produkts zu erhalten.

Langlebigkeit und biologische Zersetzung sind dabei kein Widerspruch: Während der Nutzung soll das Band möglichst lange seine Funktion erfüllen. Die biologische Zersetzung wird erst unter geeigneten Bedingungen am Ende der Nutzungsphase relevant.

CHARLE - biologischer Kreislauf
Bildnachweis: CHARLE Berlin

Vom Rohstoff bis zur Rückführung

Bereits bei der Materialauswahl berücksichtigen wir die Frage, was mit den eingesetzten Materialien nach ihrer Nutzung geschehen kann.

Naturkautschuk, Bio-Baumwolle und ausgewählte cellulosebasierte Fasern ermöglichen es, elastische Bänder mit Blick auf einen biologischen Materialkreislauf zu entwickeln. Dabei müssen Materialzusammensetzung, Konstruktion, Nutzung und die Bedingungen am Ende der Nutzungsphase gemeinsam betrachtet werden.

Unsere Kreislaufgrafik zeigt diesen Ansatz: von der Auswahl der Rohstoffe über Herstellung und Nutzung bis zur möglichen biologischen Zersetzung.

Biologische Zersetzung im praktischen Versuch

Wie sich ein fertiges elastisches Band unter Kompostierungsbedingungen verhält, haben wir gemeinsam mit Alpenwurm.at in einem praktischen Versuch untersucht.

Getestet wurde ein elastisches Band aus 79 % Bio-Baumwolle und 21 % Naturkautschuk unter den Bedingungen einer nachgebildeten natürlichen Gartenkompostumgebung.

Die Bio-Baumwolle war nach 82 Tagen vollständig zersetzt. Nach 371 Tagen war auch der Naturkautschuk größtenteils zersetzt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch kleine, dünne und poröse Reststücke des Naturkautschuks vorhanden.

Kompostierungsversuch CHARLE / Alpenwurm. Praktischer Kompostierungsversuch mit einem elastischen Band aus 79 % Bio-Baumwolle und 21 % Naturkautschuk in einer nachgebildeten natürlichen Gartenkompostumgebung. Das Versuchsprotokoll dokumentiert Versuchsaufbau, Verlauf und Ergebnisse. Kompostierfähigkeit eines elastischen Bandes

Der Versuch dokumentiert damit die fortschreitende biologische Zersetzung des getesteten Bandes unter den Bedingungen dieses Versuchs. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchte Materialzusammensetzung und die dokumentierten Versuchsbedingungen.

Das vollständige Versuchsprotokoll mit Versuchsaufbau, Verlauf und Ergebnissen ist hier abrufbar: Kompostierfähigkeit eines elastischen Bandes

Funktion und Kreislauf zusammendenken

Unser Ansatz verbindet zwei Anforderungen: Das Band soll während seiner Nutzung die erforderliche Funktion erfüllen und zugleich so entwickelt sein, dass der spätere Materialweg bereits bei der Materialauswahl berücksichtigt wird.

Für uns bedeutet die Entwicklung für einen biologischen Materialkreislauf daher nicht, Materialien möglichst schnell abbaubar zu machen. Entscheidend ist vielmehr, Funktion, Nutzungsdauer, Materialauswahl und das Verhalten am Ende der Nutzung zusammenzudenken.

7. Vorteile für Unternehmen und Designprozesse

Die Materialwahl bei elastischen Bändern betrifft zwar häufig nur einen kleinen Bestandteil eines Produkts, kann aber für Materialkonzept, Verarbeitung und spätere Kommunikation relevant sein. Für Unternehmen, die synthetische Elastikfasern durch andere Materiallösungen ersetzen möchten, bieten unsere Bänder verschiedene Möglichkeiten.

Materialwahl bis ins Detail

Bei der Entwicklung von Textilien stehen häufig zunächst die Hauptmaterialien im Mittelpunkt. Elastische Bänder, Verschlüsse und andere kleinere Komponenten werden dabei leicht übersehen.

Unsere Bänder ermöglichen es, auch bei diesen Komponenten gezielt mit Naturkautschuk sowie ausgewählten Natur- und Zellulosefasern zu arbeiten. So kann die Materialauswahl eines Produkts bis in kleinere Bestandteile hinein berücksichtigt werden.

Materialkompetenz für die Produktentwicklung

Der Einsatz anderer Materialien ist nicht allein eine Frage des Austauschs einer Faser gegen eine andere. Naturkautschuk, Bio-Baumwolle und cellulosebasierte Fasern bringen jeweils eigene Eigenschaften mit, die bei Konstruktion, Verarbeitung und Anwendung berücksichtigt werden müssen.

Unsere Erfahrung mit elastischen und unelastischen Schmaltextilien fließt deshalb bereits in die Auswahl und Entwicklung geeigneter Bandlösungen ein.

Nachvollziehbare Informationen und Nachweise

Für die Kommunikation von Materialeigenschaften ist entscheidend, dass Aussagen nachvollziehbar belegt werden können.

Je nach Produkt stellen wir Informationen zur Materialzusammensetzung, Herkunft sowie zu vorhandenen Zertifikaten, Prüfungen und Lieferantennachweisen zur Verfügung. Diese können beispielsweise für Produktdokumentationen, Zertifizierungsprozesse oder die eigene Kommunikation genutzt werden.

Welche Aussage daraus für ein konkretes Produkt abgeleitet werden kann, hängt vom jeweiligen Nachweis und dessen Geltungsbereich ab.

Brightland Shoes
Bildnachweis: Brightland

Funktion und Verarbeitung

Unsere Bänder werden für den Einsatz in textilen Produkten und entsprechenden Verarbeitungsprozessen entwickelt. Eigenschaften wie Dehnung, Rückstellvermögen, Reißfestigkeit, Nähbarkeit, Haptik und Optik können je nach Bandkonstruktion und Anwendung unterschiedlich ausgelegt werden.

Bei individuellen Entwicklungen stimmen wir Material, Konstruktion und gewünschte Funktion auf die Anforderungen des jeweiligen Projekts ab.

Materialkreislauf mitdenken

Die Materialauswahl kann auch beeinflussen, welche Möglichkeiten sich am Ende der Nutzungsphase ergeben.

Wie in Kapitel 6 beschrieben, haben wir die biologische Zersetzung eines elastischen Bandes aus 79 % Bio-Baumwolle und 21 % Naturkautschuk in einem praktischen Kompostierungsversuch untersucht. Das vollständige Versuchsprotokoll ist dort direkt verlinkt.

Der Versuch ist für uns ein Beispiel dafür, wie sich die Frage nach dem späteren Materialweg bereits in die Produktentwicklung einbeziehen lässt.

8. Fazit: Elastizität beginnt bei der Materialwahl

Elastische Bänder sind häufig nur ein kleiner Bestandteil eines textilen Produkts. Dennoch lohnt es sich, auch bei diesen funktionalen Details genau hinzusehen: Welche Materialien werden eingesetzt? Welche Funktion müssen sie erfüllen? Welche Nachweise liegen vor? Und was geschieht mit den Materialien am Ende der Nutzung?

Mit Naturkautschuk in Kombination mit ausgewählten Natur- und Zellulosefasern zeigen wir einen anderen Weg für die Entwicklung elastischer Schmaltextilien. Dabei geht es nicht darum, ein Material einfach durch ein anderes zu ersetzen. Materialauswahl, Konstruktion, Funktion, Verarbeitung und der spätere Materialweg müssen gemeinsam betrachtet werden.

Unsere Erfahrungen aus der Produktentwicklung und der Kompostierungsversuch zeigen zugleich, warum Nutzungsdauer und biologische Zersetzung zusammengedacht werden sollten: Ein Band muss während seiner Nutzung zuverlässig funktionieren. Erst danach wird relevant, wie sich die eingesetzten Materialien unter geeigneten Bedingungen weiter verändern und abbauen können.

Für Unternehmen und die Produktentwicklung eröffnet dieser Ansatz zusätzliche Möglichkeiten, auch kleinere textile Komponenten bewusst in die Materialauswahl einzubeziehen. Vorhandene Zertifikate, Prüfungen und Nachweise schaffen dabei eine Grundlage, um Materialeigenschaften nachvollziehbar zu dokumentieren und zu kommunizieren.

Elastizität ist ein funktionales Detail – aber eines, bei dem Materialentscheidungen einen Unterschied machen können.

9. Über CHARLE premium haberdashery

CHARLE wurde 2010 gegründet. Die Anfänge liegen im eigenen Kindermodelabel CHARLE sustainable kids fashion. Bei der Entwicklung der Kollektion entstand die Frage, wie sich auch kleine und häufig kaum sichtbare textile Komponenten anders gestalten lassen.

Da wir für unsere Anforderungen kein geeignetes elastisches Band fanden, entwickelten wir 2011 unser erstes Bio-Gummiband aus Naturkautschuk und Bio-Baumwolle – zunächst für den Einsatz in der eigenen Kollektion. Aus dieser Entwicklung entstand Schritt für Schritt unser heutiges Sortiment an elastischen und unelastischen Schmaltextilien.

Heute entwickeln und vertreiben wir Bänder für Mode, Produktdesign und weitere textile Anwendungen. Dabei arbeiten wir unter anderem mit Naturkautschuk, Bio-Baumwolle, TENCEL™ Lyocell und TENCEL™ Luxe sowie – bei individuellen Entwicklungen – mit weiteren ausgewählten Fasern.

Neben unserem Sortiment begleiten wir Unternehmen bei der Entwicklung individueller Bandlösungen. Dabei unterstützen wir von der Materialauswahl und Machbarkeitsprüfung über die Entwicklung bis zur Umsetzung. Auch Fragen zu Materialeigenschaften, Zertifikaten und Nachweisen können Teil dieser Zusammenarbeit sein.

Unsere Erfahrung aus Produktentwicklung, Textiltechnik und Logistik ermöglicht es uns, dabei nicht nur das Material selbst zu betrachten, sondern auch Verarbeitung, Beschaffung und die praktische Umsetzung mitzudenken. Ergänzt wird unser Angebot durch weltweiten Versand und die Abwicklung der Ausfuhrverzollung.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen Lösungen zu entwickeln, bei denen Material, Funktion, Gestaltung und der spätere Materialweg von Anfang an zusammengedacht werden.